Work – Paintography

“ Auch wenn die Grenzen zur Malerei schwinden, geht es um Fotografien aus der Stadt.

„Lily II“ (2017)

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Fotografie oder Malerei? In jedem Fall verschwimmen in dieser Kategorie die Grenzen von beidem. Wie in den Abschnitten zuvor angedeutet, sind die hiesigen Aufnahmen zunächst hauptsächlich architektonisch geprägt und aus Spiegelungen oder städtischen Fassaden entstanden. Mittlerweile entstammen sie teilweise sogar dem gefrorenen Boden und haben sich durch zielgerichtete Bildbearbeitung noch weiter ins Abstrakte verschoben. Durch Verschmelzung mit ausgewählten Papieren entwickeln sie eine ganz besondere Strahlkraft.

Video Making-Of „Abstraktion“

“ Allein der Abstand zwischen Bild und Betrachter kann bereits für eine abstrakte Wahrnehmung sorgen.

„Reifen I“ (2017)

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eifen walzen kantige Abrücke in den vereisten Schnee. Das Schmelzwasser lässt den tief schwarzen Asphalt der Straße zum Vorschein kommen. „Reifen I“ bringt den Hinweis auf ökologische Probleme gewissermaßen in attraktiver Form zu Papier. Aus der Entfernung betrachtet, können die eigentlich eindeutigen Linien nicht zugeordnet werden. Aber je mehr sich der Betrachter auf das Bild zubewegt, umso dichter nähert er sich der Realität dieser Aufnahme.

Triptychon „Live – Evil – Love“ (2013)

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anz anders hingegen ist es bei dem Triptychon „Live – Evil – Love“ aus dem Jahr 2013: Die auf die Mauern aufgetragenen Einzelteile sind aus kurzer Distanz nicht zu deuten. Erst mit zunehmender Entfernung ergibt sich ein immer klarer werdendes Bild und die bizarren Bruchstücke fügen sich zu ausdrucksstarken Einzelmotiven. Die zusammengetragene Bildreihe eröffnet nun jedoch eine neue und stark verdichtete Gesamtansicht, die in dieser konzentrierten Form gar nicht existierte.

“ Architekturaufnahme oder bereits abstrakte Komposition?

„Wachstum / Growth“ (2012)

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oderne Büroarbeitsplätze, in Teilen sichtbar, manche versteckt hinter langen Jalousien. Die Glasfassade neuer Architektur verschmilzt mit einer Grünpflanze und der deutschen Nationalflagge: Trotz ausschließlich realer Objekte im Bild wirkt „Wachstum / Growth“ bereits sehr abstrakt und visualisiert den Beginn der boomenden Stadtentwicklung Deutschlands der letzten Jahre.

“ Die starke Reduktion auf wenige Elemente wirkt auf großer Fläche nicht minder intensiv.

„Wasser“ (2017)

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ie Steigerung der Abstraktion findet in „Wasser“ durch eine gewisse Umkehr statt. Nicht die Gebäude selbst stehen im Fokus. Vielmehr findet sich die stark bebaute Umgebung nur noch in den verschwimmenden Reflexionen des fließenden Wassers wieder. In der Momentaufnahme kommen ihre Umrisse wieder zum Vorschein, der Rest wird durch das wellenförmige Wasser durchbrochen.

„Rot – blau – schwarz“ (2018)

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ie Stadt hat viele interessante Gesichter, Farben und Formen: „Rot – blau – schwarz“. Kontrastreiche Strukturen dienen dabei als „Leinwand“ zur Projektion und liefern sehr unterschiedliche Ergebnisse.

 

“ Close-ups aus der Doorways Serie wirken über ihre Türen hinaus. Das gilt auch für die wiederkehrenden Mauerfragmente, die dadurch einen eigenständigen Charakter entwickeln.

„Locked“ (2018) und „Riss“ (2012)

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ufgeklebt und wieder abgerissen: Die ständig wechselnden Werbeplakate einerseits und die durch Witterung stark verrostete Tür, versehen mit Street-Art, auf der anderen Seite. „Locked“ gibt der kurzlebigen Werbeflut ein attraktives Gesicht – getrennt von den schroffen Linien der Tür. Wie lange wird es dauern bis das Schloss bricht und auch diese Kulisse gänzlich verschwindet?

Der Bildausschnitt wurde auch in „Riss“ ganz bewußt klein gehalten: Die Faust scheint die Mauer regelrecht zerbersten zu wollen.

“ Inszenierte Versuchung in Reinform ist städtischer Alltag und unübersehbar.

„Temptation“ (2018)

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ie trügerische Ruhe an den Haltestellen beider Seiten täuscht, denn der Großstadtverkehr deutet sich auf allen Fahrbahnen an. Egal ob die Reise per Bahn und Bus, eigenem PKW, Fahrrad oder zu Fuß geschieht – Werbung ist dabei immer in Sichtachse und ihre Inbegriffe der Versuchung werden allgegenwärtig. In „Temptation“ stehen Strand, Mode und Beauty, TV und Geld im Vordergrund einer neu errichteten Bürofassade. Die von Werbegegnern überklebte Augenpartie des Models steigern den Eindruck der anonymen Großstadt.

“ Einige fotografierte Impressionen sind bereits wenige Tage später verschwunden. Man weiß nie wie lange etwas währt – erst recht in Berlin.

„Umbau I“ (2018) und „Work Life Balance“ (2017)

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briss und Umbau, alte und neue Grenzen, Erneuerung jeden Tag – dieser nie aufhörende Zyklus wird durch die Fassaden der Stadt eindrücklich wiedergegeben und durch ihre abstrakte Abbildung somit exemplarisch auf die gesamte Stadtentwicklung übertragbar dargestellt („Umbau I“ und „Work Life Balance“).

Bitte richten Sie Ihre Anfragen bezüglich Ausstellungen, Kauf- und Mietpreise an: art@thomas-rhein.com